Almen im Spannungsfeld zwischen Klimawandel und Nutzungsvielfalt
Ein Lehrgang für Multiplikatoren zum Thema "Schutz der alpinen Ökosysteme auf Almen"
Eine enge Zusammenarbeit von Naturschutz, Tourismus und Almwirtschaft ist das Gebot der Stunde. Im Rahmen dieses Lehrgangs sollen das gegenseitige Verständnis gestärkt und die gemeinsamen Ziele und Synergien zum Schutz der Biodiversität auf Almen und der Belange der Almbauern für ihre Bewirtschaftung herausgearbeitet werden. Dabei erhalten die Multiplikatoren Informationen aus erster Hand. Diese Multiplikatoren sollen in der Gesellschaft das Bewusstsein für den Schutz des Alpenraumes schaffen, den bewussteren Umgang mit den natürlichen Ressourcen fördern und einen Anstoß für ein naturverträgliches touristisches Angebot geben.
Fast alle bayerischen Almlandschaften sind Kulturlandschaften. Sie entstanden durch eine kleinstrukturierte und an die natürlichen Gegebenheiten angepasste bäuerliche Bewirtschaftung. Über 600 Jahren pflegten Hirten und Bauern die Weiden und das auf ihr grasende Vieh mit viel Sachkenntnis und meist in mühevoller Handarbeit. Viel Wissen ist notwendig um diese Flächen nachhaltig als wertvolle Futtergrundlage für den bäuerlichen Betrieb zu erhalten. Neben ihrer Bedeutung für die Landwirtschaft sind die Almflächen auch ein Hot Spot des Artenreichtums an Tieren und Pflanzen. Außerdem sind blütenreiche Almwiesen eine überaus wertvolle Basis für den Tourismus. Zusätzlich nutzten viele Menschen dieses infrastrukturell gut erschlossene Gebiet für ihre Erholungs- und Freizeitgestaltung.
Durch den Klimawandel, strukturelle Veränderungen und örtlich hohen Druck infolge vielfältiger Freizeitnutzung stehen der Schutz und Erhalt von Almflächen heute vor großen Herausforderungen. Viele Menschen, die sich dort aufhalten, haben bereits den Bezug zur Natur bzw. das Bewusstsein für ein adäquates Verhalten in diesem Naturraum verloren. Dadurch kommt es zu Schäden, aber auch zu Konflikten zwischen z.B. Almbauern, Wanderern, Bikern und Sportlern.
Ziel des Projekts ist es, ein grundlegendes, praxisnahes Wissen zu folgenden Themen zu vermitteln:
"Vielfalt und Wertigkeit der Lebensräume, Pflanzenwelt und Biotoptypen
"die Almen als Kulturlandschaft und Hot Spot der Biodiversität
"die Alm als Wirtschaftsfaktor
"Einfluss der Vielfalt der natürlichen Ressourcen auf die Artenausstattung und die Bewirtschaftungsform
"Probleme und Chancen der touristischen Nutzung
"Auswirkungen des Klimawandel auf die Bewirtschaftung, die Natur und den Tourismus
Referenten: Albert Lang (Biologe mit Jahrzehnte langer Erfahrung in der Biotopkartierung), Sebastian Bauer und Tom Loseter (Schronbach Alm), Veronika Obermüller (Stie Alm / Brauneck), und Familie Müller (Strasser Alm / Brauneck), Almfachberaterin Susanne Krapfl (AELF Holzkirchen), Dr. Andreas Wüstefeld (Tölzer Land Tourismus), Antonia Asenstorfer (Bergbahn Brauneck), Margret Hütt (Gebietsbetreuerin Alpenraum im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) und Christine Busch (CIPRA Deutschland)
Programm
"Freitag 19.06.2026: Grundlagen der Almbewirtschaftung, Pflanzen und Biotoptypen und ihre Wertigkeit, auf der Schronbach Alm in den Isarwinkler Bergen (13 - 19 Uhr)
anschließend Abendessen mit Vorträgen und Diskussion im Gasthof Bergcamping Lenggries
Abendprogramm: gemeinsames Abendessen und Zeit für Austausch und Diskussion (19 - 22 Uhr)
mit Impulsvorträgen im Gasthof Bergcamping in Lenggries (an der Straße zur Brauneck Bergbahn)
oDr. Andreas Wüstefeld: (Tölzer Land Tourismus): Tourismus im Tölzer Land - Lebensraum-Management für Gäste und Einheimische
oChristine Busch (CIPRA): Alpenkonvention und Nutzungsvielfalt
oAntonia Asenstorfer Bergbahn Brauneck: "Kooperation Tourismus und Almwirtschaft" (vorläufiger Titel)
"Samstag 20.06.2026: Almwirtschaft und Nutzungsvielfalt auf der Stie Alm und der Strasser Alm am Brauneck 8 - 17.30 Uhr
Ausrüstung: Brotzeit für Freitagnachmittag (Getränke können gekauft werden), Bergschuhe, ggf. Wanderstöcke (steile Wegabschnitte), Sonnen-, Kälte- und Regenschutz.
Eigenleistung: Getränke auf der Schronbach Alm (Brotzeit bitte mitbringen), Abendessen 19.06.26 Gasthof Bergcamping und Unterkunft (Tourist Information Lenggries, 08042 5008800, info@lenggries.de, Gästeinformation Jachenau 08043 919891, gemeinde@jachenau.de)
Wegbeschaffenheit: Freitag: 100 hm, 3 km Forststraße und Almflächen, Samstag: 370 hm, 3,5 km auf z.T. steilen Forststraßen und Steigen
- Gebühr 85,00 EUR
